Komplexe Erdbebenverstärkung für das Tellspielhaus Altdorf
Für die Erdbebenverstärkung des Bühnenhauses des Tellspielhauses Altdorf entwickelte S&P gemeinsam mit dem Projektingenieur individuelle CFK-Verstärkungs- und Verankerungslösungen. S&P Lamellen und Gelege aus Carbon sowie Spezialteile aus Stahl sorgen für eine gezielte und sichere Kraftübertragung in die bestehende und neue Tragstruktur.
Projekt-Beschreibung
Situation
Im Zuge der baulichen Massnahmen am Tellspielhaus in Altdorf musste das bestehende Bühnenhaus für zusätzliche Erdbebenbeanspruchungen verstärkt werden. Insbesondere durch die Aufstockung des Gebäudebereichs entstanden erhöhte Anforderungen an die sichere Aufnahme und Weiterleitung der horizontalen und vertikalen Kräfte.
Die anspruchsvolle Geometrie sowie die Kombination aus bestehenden und neuen Betonbauteilen erforderten individuell entwickelte Verstärkungs- und Verankerungslösungen. Dabei mussten die auftretenden Kräfte gezielt über die CFK-Verstärkung und die Spezialteile aus Stahl in die vorhandene Tragstruktur beziehungsweise in neu erstellte Betonbauteile eingeleitet werden.
Lösung
Bereits in einer frühen Planungsphase wurden die Ingenieure von S&P Clever Reinforcement in die Entwicklung der Verstärkungslösung einbezogen. Auf Grundlage der vom Projektingenieur von KFB Pfister AG aus Olten SO zur Verfügung gestellten statischen Lastangaben und Pläne, unterstützte S&P die Ausarbeitung der geeigneten CFK-Lamellentypen sowie der dazugehörigen Verankerungen.
Zum Einsatz kamen S&P C-Laminate in Kombination mit speziell auf die jeweiligen Kraft- und Einbausituationen abgestimmten Stahlverankerungen sowie Standardverankerungen. Ergänzend wurden Bereiche des Tragwerks mit S&P C-Sheet 240 verstärkt. Die Ausführungsplanung sah unter anderem mehrlagige Umwicklungen von Stützen sowie objektspezifische Lösungen aus Carbon-Lamellen und -Gelegen vor.
Verankerungen für hohe Bemessungslasten entwickelt
Eine besondere Herausforderung stellte die sichere Endverankerung der hoch beanspruchten CFK-Lamellen dar. Je nach Detail müssen die statischen Verstärkungen horizontale und vertikale Bemessungslasten von bis zu 300 kN aufnehmen und zuverlässig in bestehende beziehungsweise neue Betonbauteile übertragen. Hierfür entwickelte S&P zusammen mit den Projektbeteiligten unterschiedliche Verankerungslösungen und stimmte diese konstruktiv auf die örtlichen Gegebenheiten ab.
Die Lamellen wurden dabei teilweise zwischen speziell dimensionierte Grund- und Deckplatten geführt. Für deren Verklebung kam der Epoxidharzkleber S&P Resin 220 zum Einsatz, bei verschiedenen Übergängen verwendete man S&P Resin 230 HP. Hinzu kamen objektspezifische mechanische und chemische Verankerungen für die Stahlteile sowie die Standardverankerung S&P EA Light.
Sicherheit und Qualität durch Zusammenarbeit
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Projekts war die enge Zusammenarbeit zwischen Projektingenieur und S&P während der gesamten Detailplanung. Zu einem späteren Zeitpunkt kam auch das ausführende Unternehmen, die Ferotekt AG aus Buchrain LU hinzu. Die Ingenieure und Anwendungstechniker von S&P unterstützten das Bauunternehmen während der gesamten Installationsphase vor Ort auf der Baustelle.
Das Projekt zeigt exemplarisch, welchen Mehrwert die frühzeitige Zusammenarbeit von Tragwerksplaner, Systemanbieter und Unternehmer bietet: Aus komplexen statischen Anforderungen entstehen praxisgerechte, bis ins Detail geplante Verstärkungslösungen, die sich gezielt an die Gegebenheiten des bestehenden Bauwerks anpassen und in einer hohen Qualität ausführen lassen.