Instandsetzung Fluchtröhre - Langzeitkontrolle bestätigt Wirksamkeit der Verstärkung

Bei einer Schutzraumkontrolle wurden erhebliche statische Schäden an einer Fluchtröhre festgestellt. Mit einer innovativen Tragwerksverstärkung aus Faserverbundstoffen konnte die Fluchtröhre ohne Abbruch oder Ersatzneubau instand gesetzt werden. Eine amtliche Kontrolle zehn Jahre später bestätigt die langfristige Wirksamkeit der Verstärkung und den einwandfreien Zustand der Anlage.

Auf dieser Seite

Thema
Verstärkung Notausstieg
Objekt
Fluchtröhre
Ort
Gross
Kanton
Schwyz
Land
Schweiz
Datum
Dauer
3 Tage

Situation

2016 setzte S&P Clever Reinforcement in Zusammenarbeit mit dem Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz des Kantons Schwyz sowie dem ausführenden Bauunternehmer zum ersten Mal das selbst entwickelte System für die Verstärkung eines Notausstiegs ein.

Ausgangslage: Schäden an der Fluchtröhre festgestellt

Beim vorliegenden Objekt wurde durch die Schutzraumkontrolle festgestellt, dass die Fluchtröhre diverse statische Mängel auf einer Länge von ca. 6,00 m aufwies. Es wurden Deformationen sowie Scheitelbrüche festgestellt.

Ersatzneubau war keine Option

Die ursprüngliche Lösung für die Instandsetzung der Fluchtröhre beinhaltete einen Ersatz der defekten Fluchtröhre mittels Pressvortrieb eines Stahlrohres. Aufgrund der Lage der Fluchtröhre (teilweise unterhalb des Gebäudes) wurde diese Variante durch das Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz nicht bewilligt.

Verstärkung statt Abbruch und Neubau

Durch das von S&P ausgearbeitete Konzept, konnte eine Variante präsentiert werden, welche ohne Ausbau, Abbruch und Neubau der Fluchtröhre auskam und zugleich Kosteneinsparungen von ca. 50% ausweisen konnte.

Langzeitkontrolle bestätigt Wirksamkeit der Verstärkung

Im Jahr 2026 fand die erste amtliche Kontrolle des Schutzraums seit der Instandstellung statt. Dies bot S&P und dem Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz die Gelegenheit, den Zustand der Fluchtröhre und der Verstärkungsmassnahmen zu begutachten.

Die Beurteilung vor Ort ergab, dass sich die Fluchtröhre und die Klebebewehrungen zehn Jahre danach in einem tadellosen Zustand befinden. Es waren keine neuen Risse, Deformationen oder sonstige Schäden ersichtlich (siehe Bildergalerie).

Das S&P-Verstärkungssystem für Notausstiege hat sich somit bewährt und wird dem Eigentümer weiterhin die Kosten und Umstände für ein Ausgraben und komplettes Ersetzen der Röhren ersparen. Ausserdem ist sichergestellt, dass sich der Schutzraum in einem sicheren und betriebsbereiten Zustand befindet. 

Normative Grundlagen für Schutzbauten

Die Projektierung von Schutzbauten basierte damals auf den Technischen Weisungen für die Schutzanlagen der Organisation und des Sanitätsdienstes (TWO 1977), den Technischen Weisungen für spezielle Schutzräume (TWS 1982) sowie den Technischen Weisungen für den Pflicht-Schutzraumbau (TWP 1984) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. Seit 1994 werden Schutzbauten einheitlich gemäss den Technischen Weisungen für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten (TWK 1994) konstruiert und bemessen.

Im TWP 1984 sowie im TWK 1994 wurden zur damaligen Zeit für kürzere Fluchtröhren unarmierte Spitzmuffenrohre mit einer Nennweite von 1000 mm eingesetzt. Diese Fluchtröhren weisen aufgrund von Setzungen, Überschüttungen und dergleichen vielfach Schädigungen auf und müssen in Hinblick auf Sicherheit, Unterhalt und Werterhaltung gemäss TWK 2017 sowie den heute gültigen SIA-Normen instandgesetzt werden.

Diese Weisungen basieren auf einem eigenständigen Bemessungskonzept, wobei jedoch die massgebenden Normen des SIA berücksichtigt wurden. In Friedenszeiten können Schutzbauten grundsätzlich vielfältig genutzt werden. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz gestellten Anforderungen hinsichtlich der Schutzbaukontrollen, des Unterhalts, der Werterhaltung und der Betriebsbereitschaft sind jedoch zu berücksichtigen.

Weitere Projekte

Contact

S&P Clever Reinforcement Schweiz

S&P Clever Reinforcement Company AG Hauptsitz

Seewernstrasse 127
6423 Seewen
Schweiz